Abschlussbericht Theater-Sprach-Werkstatt

im Sahlkamp, vom 07. bis 18. Oktober 2013

Mit den Theater- und Sprach-Werkstatt hat der Stadtteiltreff Sahlkamp / Stadtteilkulturarbeit in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogischen Zentrum Hannover und dem Diakonischen Werk /Pro Migration, das seit einigen Jahren bereits Sprachferien in anderen Stadtteilen durchführt, erstmalig für den Stadtteil ein Angebot geschaffen, dass durch die Erarbeitung eines Theaterstücks einerseits die Sprachkompetenzen der Kinder stärkt, andererseits diese Kompetenzerweiterung in einen kulturellen Zusammenhang stellt. Das besondere dieser Theater- und Sprachwerkstatt war, dass Theater und Sprache nicht getrennt wurden, sondern eine Einheit bildeten.

Es war ein Projekt, das im Rahmen des Programms Soziale Stadt durchgeführt wurde. Gefördert wurde es vom Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide, aus Mitteln der Stadt Hannover im Rahmen des Programms Soziale Stadt (Dez. III) und der Stadtteilkulturarbeit. Zunächst sollte die Theater-Sprach-Werkstatt in den Sommerferien stattfinden. Aufgrund zu geringer Anmeldungen wurde nach Absprache mit den Förderern das Projekt in die Herbstferien verschoben. Schließlich nahmen 31 Kinder aus dem Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide teil.

Die zehn Tage der Theater-Sprach-Werkstatt waren stark gegliedert. So wurden die Kinder zunächst auf 2 Gruppen aufgeteilt, die Djinis und die Wölfe. Die eine Gruppe hat das orientalische Märchen „Aladin und die Wunderlampe“ bearbeitet, die andere Gruppe „Das Rotkäppchen“ der Gebrüder Grimm. Begonnen wurde jeder Tag mit einer Begrüßung in den zwei verschiedenen Gruppen, gemeinsamen wurde das „Sahlkamplied“ gesungen und danach zusammen gefrühstückt. In den jeweiligen Gruppen wurde dann an dem Stück gearbeitet und die Szenen geprobt. Um 12:30 Uhr trafen sich alle wieder zu einem gemeinsamen Mittagessen. Zur Auflockerung des Tages schloss sich daran eine einstündige Mittagspause an. In dieser Zeit konnte jedes Kind zwischen unterschiedlichen Angeboten wählen. Die Angebote reichten vom Basteln einzelner Requisiten und Andenken für die Kinder über ein Spielangebot im Freien bis hin zu einem Ruheraum, in dem sie Musik oder Hörspiele gehört werden oder sich ausgeruht werden konnte. Anschließend arbeiteten die einzelnen Gruppen weiter. Der Tag endete für die Kinder mit einer Abschlussrunde um 16:00 Uhr. Danach trafen sich die Pädagogen um den Tag zur reflektieren und Absprachen für den kommenden Tag zu treffen.

Arbeiten an dem Theaterstück

Die Theater-Sprach-Werkstatt war konzeptionell so angelegt, dass am letzten Tag der beiden Ferienwochen (18.10.2013) ein Theaterstück aufgeführt werden konnte. So wurden die Kinder in den ersten Tagen an das Theaterspiel herangeführt. Bereits am zweiten Tag entstanden die ersten szenischen Darstellungen: Die Rollen wurden verteilt und die Texte festgelegt. Parallel wurde an dem Bühnenbild und Requisiten gearbeitet. Die erste Gesamtprobe beider Stücke fand schon am nächsten 4. Tag statt. Eine Führung hinter die Kulissen des Schauspielhauses Hannover war ebenfalls eingeplant.

Beide Gruppen hatten sich allerdings auch mit dem jeweils anderen Märchen beschäftigt, um einen „Märchenmix“, also ein Treffen von Figuren aus beiden Märchen zu entwickeln. Die Zweite Woche stand ganz im Zeichen der Einzel- und Gruppenproben und der Verfestigung von Text und Darstellung. An den letzten Tagen gab es mehreren Gesamtproben, um die Einzelabläufe zu verinnerlichen. Schließlich war der letzte Tag von der Generalprobe und der Vorfreude und Aufregung des großen Auftrittes eingenommen.

Pädagogen/Team

Das Team bestand aus mehreren Pädagogen. Für jede Gruppe gab es einen Sozial- und einen Theaterpädagogen. Dabei haben jeweils ein Theater- und eine Sozialpädagogin im Team zusammengearbeitet. Für das Bühnenbild war eine weitere Honorarkraft verantwortlich. Er hat auch in den Mittagspausen Bastelangebote begleitet. Für das Essen und die Küche haben die Mitarbeiter des Stadtteiltreffs gesorgt, das Mittagessen wurde von der „Kinderküche“ ins Haus gebracht. Der technische Ablauf für Bühne und Licht wurde vom Personal des Stadtteiltreffs übernommen. Die Gesamtkoordination des Projektes übernahm die Geschäftsführung des Stadtteiltreffs.

Umsetzung des Konzepts

Rückblickend lässt sich sagen, dass das Konzept fast änderungsfrei umgesetzt wurde. Die Tagesgliederung hat sich bewährt: Die Kinder hatten genug Freizeit und Pausen, um sich auszuruhen, die Zeit für die Proben kam jedoch auch nicht zu kurz. Allerdings ließ sich feststellen, dass es trotz Pausen nicht leicht für die Kinder war, sich immer auf das Theaterstück zu konzentrieren und vor allem nachmittags war eine intensive Weiterarbeit meist schwer. Der Anspruch des Theaterstücks, welches in der Zeit erarbeitet werden sollte, war recht hoch, da sehr viel Stoff für zwei Wochen bearbeitet werden musste. Nicht allen Kindern waren die Märchen bereits vorher bekannt. Die teilnehmenden 31 Kinder haben in den zwei Wochen erstmalig Erfahrungen mit dem Theaterspielen machen können und auf der Bühne gestanden. Sie konnten sowohl einzeln aber auch in der Gemeinschaft eine sehr gute szenische Darstellung präsentieren.

Für die sprachliche Entwicklung der Kinder war das Projekt äußerst förderlich. Zwei Märchen wurden szenisch dargestellt, durch Reime und Lieder grammatikalische Zeiten und Formen spielerisch eingeübt und angewendet. Von der Aufführung vor einem vollen Haus am Ende der beiden Wochen war das Publikum begeistert.

Hajo Arnds/12.12.2013

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