Projektbericht Jungengruppen 01.01.-31.12.2016 im NaDu-Kinderhaus

Beschreibung des Projektes:
Im NaDu Kinderhaus fanden in der Zeit vom 01.01.2016 – 31.12.2016 wöchentlich jeweils Freitag zwei Jungengruppen unter der Leitung von Cesur Cildir und der Mithilfe von zwei Ehrenamtlichen (Ferdi Tekes und Daniel Meier) statt. Es gibt eine Gruppe für die 8 -11 -jährigen von 15 -17 Uhr und eine für die 12-14 –jährigen von 17 – 20 Uhr. An der ersten Gruppe nahmen 13 und an der zweiten Gruppe 11 Jungen teil. Die Gruppen sind, nach einer Probe- und Schnupperphase von ca. 6 bis 10 Wochen, feste Gruppen mit einem für ein Jahr geschlossenen Teilnehmerkreis.

Zielgruppe:
Fast alle Teilnehmer wohnen im Wahlbezirk 2105 (Spessartweg, Rhönweg, Schwarzwaldstr., General-Wever-Str.) des Stadtteils Sahlkamp. Sie leben in 4-Zimmer-Hochhauswohnungen im Rahmen von Großfamilienstrukturen. Viele Familien haben 4 bis 8 Kinder. Ebenso beziehen fast alle Familien Leistungen nach dem SGB II. Der Großteil der Familien aus dem Einzugsgebiet hat einen Migrationshintergrund. Eine große Anzahl von Eltern hat wenig oder keine Schulbildung. Ihre Deutschkenntnisse sind sehr gering. Häufig bestehen Vorbehalte und Berührungsängste gegenüber staatlichen Institutionen und Behörden.

Angebote und Aktivitäten:
Die Angebote für die Jungen kamen aus den Bereichen Bewegung und Sport im Freien, Mannschafts- und Gruppenspiele im Haus, Ausflügen und Freizeitmaßnahmen sowie Werkangeboten. Gemeinsame Freizeitgestaltung, körperbetonte Aktivitäten, die der Entwicklung der Jungen entsprechen und vertrauensbildende Gruppenarbeit waren die Bausteine des Angebotes. Des Weiteren wurden auch verschiedene Gesellschaftsspiele gespielt, was die Kommunikation untereinander, die Teamfähigkeit, die Geschicklichkeit und die Aufmerksamkeit der Jungen fördert. Es gab Vertrauensspiele, wobei sich die Jungen sich über Walkie Talkies blind durch einen Parcours führen ließen. Der geführte Junge muss sich auf seinen Partner verlassen und sich trauen blind durch den Parcours zu gehen. Dazu muss die Kommunikation zwischen den beiden Partnern funktionieren. Die Wege müssen so genau wie möglich beschrieben werden, man muss sich kurz fassen und deutlich reden. Der geführte Junge übt dabei genau zu zuhören, ruhig zu bleiben usw. Es ist eine sehr gute Übung um mehrere Fähigkeiten gleichzeitig zu trainieren. Und auch „Ringen und Raufen“ war angesagt. Die Jungen haben einen großen Drang, sich körperlich zu messen. Dafür ist dieses „Spiel“ sehr gut geeignet. Da die Regeln vorher festlegt sind, können die Jungen ihre Kräfte messen ohne sich gegenseitig zu verletzten oder Grenzen zu überschreiten.
Aber auch so etwas wie Pizza backen gehörte zu den Aktivitäten der Jungengruppen. Die Jungen beteiligten sich an der Ausgestaltung der einzelnen Einheiten. Hier hatten sie die Möglichkeit ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu artikulieren.
Auch in diesem Jahr sind beide Gruppen in den Herbstferien jeweils für 4 Tage in das Naturfreundehaus Lauenstein gefahren. Bei den Großen haben 10 Jungen aus der Gruppe an der Freizeit teilgenommen. Bei den Kleinen sind 8 Jungen mitgefahren. Dazu haben Daniel M. und Angelo P. als Co-Betreuer die Gruppe begleitet. Die Jungen konnten in den vier Tagen abschalten und die Natur genießen. Sie haben sich viel im Freien bewegt. Die Jungen haben viele Gruppenspiele gespielt, sind gewandert, sind Kegeln gegangen, sind auf dem „Ith Kopf“ und im Hoch- und Niedrigseilgarten geklettert, haben Fußball, Verstecken, Fangen, Wettrennen und vieles mehr gespielt. Alle Teilnehmer hatten sehr viel Spaß, haben sich sehr gefreut. Diese Freizeiten wurden, wie auch schon in den vergangenen Jahren durch Aktion Kindertraum e.V. finanziert.

Des Weiteren fanden Ausflüge und zusätzliche Aktionen wie Stadionbesuche zu Heim- und Auswärtsspielen von Hannover 96, ein Fußballturnier, Besuch des AquaLaatzium, des Frühlingsfestes, des Tumultus Funparks, des Hüpfburgparadieses Vahrenheide, des Silbersees, des Spaßbades in Celle und des Phaeno in Wolfsburg, ein zweitägiger Berlinbesuch statt, um die Teilnehmer besser kennenzulernen sowie das Zugehörigkeits- und Gruppengefühl zu stärken. Während der Zeit in der Jungengruppe erlernen so die teilnehmenden Jungen eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, eigene Grenzen zu erfahren, bestehende Ängste und Unsicherheiten zu überwinden und neue Lösungsansätze und Bewältigungsformen zu entwickeln. Im Allgemeinen wurde auch die Kommunikations-, Team- und Konfliktfähigkeit gefördert.

Jungenspezifische Themen Sexualität, Gewalt, Lebensplanung und Mann sein gehörten zu den Inhalten der Gesprächs- und Diskussionsrunden, aber auch Themen wie deutsche Geschichte, Berufsfindung oder Tod und Trauer.

Auch das Thema Schule wurde intensiv behandelt. So zeigte jeder Teilnehmer sein Zeugnis, anhand dessen geschaut wurde, wer sein schulisches Ziel erreicht hat. Dabei haben die Jungs Anerkennung für gute Leistungen bekommen. Es wurden haben auch die Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. Mit der großen Jungengruppe wurde zusätzlich zu den Zeugnissen auch das gesamte Schulsystem besprochen. Dieses Jahr gibt es viele Teilnehmer die schon in der 8. Klasse sind. Bei ihnen geht es auch schon darum, wie es in Schule und/oder Beruf weiter gehen soll. Auf welcher Schule kann wer welchem Abschluss machen? Welche Abschlüsse gibt es überhaupt? Welche Noten braucht man um welchen Abschluss zu erreichen? Welche weiterführenden Schulen gibt es? Wann und wo muss man sich dafür anmelden? Darüber hinaus wurde erklärt, dass auch Fehltage und das Arbeits- und Sozialverhalten ganz wichtig sind und dass die Berufsschulen bei der Auswahl auch darauf achten.

Außerdem wurde die Elternberatung sowohl telefonisch, als auch mit Hausbesuchen durchgeführt. Die Schwerpunkte der Beratung waren: Einzelgespräche und Hilfestellungen wie Praktikumsplatzsuche, Bewerbungsschreiben, Referate vorbereiten, Sportvereine finden und anmelden, Anträge ausfüllen.
Bei der Teilnahme an den Gruppen wurden Gruppen-/Verhaltensregeln aufgestellt, die von den Jungen einzuhalten waren. Über ein Punktesystem konnten die vereinbarten Regeln und Verhaltensweisen gemeinsam mit den Teilnehmenden bewertet wurden. Die Teilnehmenden wetteiferten um die beste Punktzahl. Nach einem überschaubaren Zeitrahmen- 8 Wochen- erhielt man konkrete Ergebnisse. Die Die besten Ergebnisse wurden mit besonderen Aktionen, wie Go-Kart fahren, Kinobesuch oder Schwimmen gehen, belohnt.