Ländervortrag über Bosnien und Herzegowina

vor interessierten SeniorInnen im Kommunalen Seniorenservie Hannover

Jeden Monat stellen im Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einen Vortrag über ihr Herkunftsland. Diese monatliche Veranstaltung steht unter dem Motto “Internationale Begegnung” und wird von Frau Erika Grundlach-Schröter federführend geleitet.

Auch ich habe mich für den 14. November dazu bereit erklärt, einen Vortrag über das Land meiner Eltern zu halten. Ich versuchte den Menschen, Bosnien und Herzegowina näher zu bringen, indem ich ihnen etwas über die Geographie, Geschichte, Politik, Kultur, Essen und Musik erzählte. Zur besseren Vermittlung von Inhalten bereitete ich eine Power-Point-Präsentation vor, damit der Vortrag mit Bildern und Graphiken gestützt wird. Des Weiteren spielte ich den ZuhörerInnen ebenfalls zwei bosnische Lieder vor, um ihnen die bosnisch-herzegowinische Kultur noch näher zu bringen. Insgesamt hielt ich den inhaltlichen Vortrag grob und nicht allzu tiefgründig, weil ich mehr Zeit in den gemeinsamen Dialog und in die Diskussion legen wollte. Es hat sich auch gelohnt: Wir kamen richtig toll ins Gespräch und konnten uns über wirklich viele alltägliche Dinge bzgl. des Lebens in Bosnien und Herzegowina austauschen.

Vor Abschluss der Veranstaltung stellte mir ein Herr die letzte Frage, die mich von allen Fragen am meisten zum Nachdenken gebracht hat. Diese möchte ich wiedergeben: “Herr Ahmetovic, stellen Sie sich mal vor, Sie werden für das deutsche Fußballnationalteam nominiert und stehen in der Startformation. Vor Spielbeginn ertönt gewöhnlich die Nationalhymne. Würden Sie diese mitsingen?!”

Diese Frage stellte ich mir schon sehr oft und sehr lange – aus einem anderen Anlass aber – ob ich beim Ertönen der Nationalhymne mitsingen sollte?! Ich befinde mich nun seit drei Jahren in der Einbürgerungsphase und werde in einigen Monaten endlich “Deutscher”. Das Warten hat dann ein Ende: Im Rathaus wird mir bei einer feierlichen Veranstaltung die Einbürgerungsurkunde vom ersten Bürgermeister der Stadt Hannover übergeben. Am Ende wird die Nationalhymne abgespielt.
Ich wollte die Frage nicht unbeantwortet lassen und gab folgende Antwort: “Das Land hat meiner Familie in einer Zeit, wo in Bosnien und Herzegowina ein schrecklicher Bürgerkrieg herrschte, ein neues zu Hause gegeben und für mich ist Hannover meine Heimat. Ich bin Hannoveraner. Aus Respektgründen würde ich deshalb die Nationalhymne mitsingen. Es kann auch als ein Dank von mir gesehen werden.”

Ich kann jedem nur nahelegen, die Vorträge zu besuchen oder selbst einen Vortrag über sein Herkunftsland zu halten. Diesem Bericht ist auch noch das Informationsblatt der KSH beigefügt. Dort stehen alle wichtigen Termine zu den Vorträgen.


Adis Ahmetovic / Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide