Nicht ohne meine Heimat

Abschlussbericht zum Projekt

Die Idee entstand im Februar 2012: Durch die Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Menschen, die aus den verschiedenen Regionen der Erde in unseren Stadtteil zugewandert waren, wurde der Gedanke geboren, die Lebensgeschichten dieser Menschen zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ziel des Projektes war es, die Hintergründe der Einwanderung nach Deutschland, das Ankommen in einem „unbekannten Land“, die heutige Lebenssituation der Eingewanderten zu erfahren und für die Mehrheitsgesellschaft transparent zu machen. Damit sollte mehr Verständnis zwischen den Kulturen hergestellt werden, um das Zusammenleben im Stadtteil zu erleichtern und zu verbessern. Das Projekt hat den Blick auf eingewanderte Menschen gerichtet, die schon einige Zeit im Stadtteil Sahlkamp wohnen. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer gewährte uns einen kleinen persönlichen Einblick in ihre/seine Lebensgeschichte, vor allem aber auch in sein Leben hier in Deutschland. Das Projekt hat Raum geboten, in dem Migranten ihren Hoffnungen und Träumen eine Stimme geben konnten. Die Antworten mündeten in einem persönlichen Portrait. Ziel war es die Zusammenfassung dieser kleinen Portraits und deren Veröffentlichung.

Über eine Kursleiterin, die Deutsch für Migrantinnen über die VHS im Stadtteiltreff unterrichtet hatte, wurde der Kontakt zu der Autorin Manuela Branz hergestellt. Schnell wurden wir uns über die Vorgehensweise einig, so dass das Konzept bereits im März 2012 entwickelt werden konnte. Während der Konzeptentwicklung kam der Gedanke, die Erzählungen durch Fotografien zu bereichern. So wurde Heike Wollborn, die selbst im Stadtteil Sahlkamp lebt und mit der wir als Grafikerin bereits längere Zeit zusammenarbeiten, angefragt, ob sie Interesse an dieser Arbeit hätte. Sie war begeistert von der Idee.

Aus Mitteln des Integrationsbeirates Bothfeld – Vahrenheide (2500,00 € und des Quartierfonds Sahlkamp – Mitte (2000,00 €) konnte zunächst der erste Teilabschnitt des Projektes finanziert werden. Die Kontakte zu den meisten MigrantInnen wurden über den Stadtteiltreff und die Internationalen StadtteilGärten hergestellt, einige Erzählerinnen kamen aber auch durch Mund zu Mund Informationen auf uns zu. Sobald die erforderlichen Mittel zur Verfügung standen, haben die Autorin und die Fotografin mit den vom Stadtteiltreff Sahlkamp genannten Personen die Interviewtermine vereinbart und die Arbeit konnte beginnen. Manuela Branz hatte aus den Interviews schlüssige und ergreifende Geschichten aus Sicht der Erzählerinnen und Erzähler entwickelt. Heike Wollborn hatte während der Interviews etliche Portraitfotografien gemacht und sie so zusammengestellt, dass authentische Bilderreihen entstanden. Bereits nach den ersten Interviews wurde deutlich, dass die Geschichten so spannend waren, dass sie in einem Buch veröffentlicht werden sollten.

Zunächst war daran gedacht, 50 Interviews zu führen. Allerdings stellte sich bald heraus, dass dieses Ziel zu hoch gesteckt war und es nach 20 Erzählungen bereits schwieriger wurde, weitere interessierte TeilnehmerInnen zu finden, die an dem Projekt teilnehmen wollten. So wurde mit Rücksprache der Geldgeber das Ziel korrigiert und auf 30 TeilnehmerInnen beschränkt.

Im weiteren Verfahren wurden nun Mittel beantragt, um die Finanzierung des Buches sicher zu stellen. Die Region Hannover hat das Projekt aus dem Fonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ mit 4000,00 € gefördert. Der Bereich Stadtteilkulturarbeit der Landeshauptstadt Hannover hat zusätzliche Mittel in Höhe von 4597,00 € zur Verfügung gestellt.

Der Stadtteiltreff Sahlkamp hat den gesamten Prozess des Projektes gesteuert und koordiniert, begonnen bei Beantragung der finanziellen Mittel, der Unterstützung der Autorin und Fotografin, Interviewpartner zu finden bis hin zur Bucherstellung, Absprachen zum Layout, der Entscheidung über Titel und Coverbild bis hin zum Lektorat und des Vertriebes.

Bei dem Projekt „Nicht ohne meine Heimat“ haben nicht nur 30 ErzählerInnen aus 16 Nationen über ihr Leben reflektiert, es öffentlich gemacht und uns allen einen Einblick in ihre ganz persönlichen Erfahrungen gewährt. Dieses Projekt war für alle Beteiligte eine große und spannende Aufgabe, die bei weitem den angedachten Zeitrahmen überstrapazierte, uns aber sehr miteinander verbunden hat und letztlich stolz gemacht hat, ein Buch zu entwickeln, dass wunderbare Geschichten und eindrucksvolle Bilder enthält, die uns die Menschen in dem Buch ein wenig näher bringen. In einem Festakt am 30.11.2013 wurde unter Teilnahme des Oberbürgermeisters der Stadt Hannover, des Bezirksbürgermeisters, der Autorin und Fotografin, den Erzählerinnen und Erzählern sowie der interessierten Öffentlichkeit das Buch gewürdigt.

Der durch den Verkauf des Buches erzielte Erlös wird erneut investiert in Aktivitäten und Veranstaltungen zum Thema „Stärkung der Willkommens- und Anerkennungskultur“ im Stadtbezirk Bothfeld – Vahrenheide. Dazu wird es eine enge Zusammenarbeit mit den 30 TeilnehmerInnen, dem Integrationsbeirat und den Kultureinrichtungen des Stadtbezirks geben.

Wir bedanken uns bei den 30 Erzählerinnen und Erzählern, für ihre Teilnahme, bei Manuela Branz für Ihre ergreifenden Geschichten, bei Heike Wollborn für ihre eindrucksvollen Portraits und bei allen Geldgebern, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Hajo Arnds/12.12.2013

Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Bildung und Qualifizierung
Bereich Stadtteilkulturarbeit

Stadtteiltreff Sahlkamp

Elmstr. 15
30657 Hannover
Telefon 0511 168-48051


Nicht ohne meine Heimat

Hier bekommen Sie das Buch

Nicht ohne meine Heimat Buchtitel30 Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen der Erde haben erzählt, aus welchen Gründen sie nach Deutschland, Hannover-Sahlkamp gezogen sind. Sie bieten Einblicke in ihr Leben, in die politische Lage ihrer Heimatländer, über Verfolgung und Flucht, über Wünsche und Hoffnungen und über das Ankommen in der Fremde. Manuela Branz hat die Geschichten in einer sehr authentischen Form nieder geschrieben.

Während der Interviews hat Heike Wollborn wunderbare Portraitfotografien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemacht. Schnell wurde der Wunsch laut, die Erzählungen in einem Buch zu veröffentlichen. Entsprechende Finanzierungsmittel wurden beantragt und dankenswerter Weise bewilligt, so dass nach fast zwei Jahren das Buch „Nicht ohne meine Heimat – Angekommen in der Fremde“ vorliegt.

Das Buch ist für 14,95 € im Stadtteiltreff Sahlkamp und über den Buchhandel unter der ISBN 978-3-00-043533-1 zu erwerben. Herausgeber: Stadt Hannover, Stadtteiltreff Sahlkamp